Mal die Häme beiseite, das vorzeitige Ausscheiden der hochgelobten Türken ist eine der Überraschungen der bisherigen WM. Zugegeben, sie treten in einer ausgeglichenen Gruppe an, aber gerade da ist es verwunderlich, dass sie nach zwei Spielen bereits mit zwei glatten Niederlagen raus sind.
Sie haben eigentlich eine gute Quali gespielt, hatten halt Pech, dass die Übermannschaft Spanien in der gleichen Gruppe spielte. Fußball zocken können sie eigentlich immer, erst recht mit der aktuellen "goldenen Generation" um Arda Güler, Kenan Yildiz und Routinier Hakan Calhanoglu. Was in der Quali neu war, war die Disziplin, mit der sie aufgetreten sind. Mit Ausnahme des Schnitzers gegen Spanien (0:6) sind sie ziemlich souverän und ohne Niederlage durch die Gruppe und später die Play Offs gegangen.
Gut, damit wuchs dann einerseits die latente Selbstüberschätzung, zu der türkische Mannschaften oft tendieren, eine Eigenschaft, die umso mehr für die Fans gilt. Und das war dann der zweite Faktor, nämlich die gigantisch hohe Erwartungshaltung in der Heimat. Das blockierte die Köpfe und führte dazu, dass in 180 Minuten trotz drückender Überlegenheit kein einziges Tor gelang. Ich bin gespannt, ob im letzten, bedeutungslosen Gruppenspiel ohne blockierten Kopf gegen die USA ein Achtungserfolg gelingt.
