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Ich sehe es aber nicht so, dass Kramer ein Sündenbock ist. Selten war ein Satz so einfach: Kramer ist Kramer. Man wusste, was man kriegt. Und es gab keine Überraschung. Nun sieht man deutlich, dass es genau so nicht funktioniert, wie viele Skeptiker es haben kommen sehen. Zu diesen habe ich nicht einmal gehört. Ich hätte gern erstmal abgewartet. Aber ehrlich gesagt: Was gäbe Hoffnung auf einen Turnaround? Wenn regelmäßig die nachweislich besten Kicker auf die Bank müssen und mit Kreisligamitteln versucht wird, Punkte zuholen, dann hast du nur eine Rechtfertigung: Punkte.
Und die fehlen nunmal. Manchmal unglücklich, oft aber mit Ansage. Man guckt auf die Aufstellung und weiß, dass da jeglicher Mut fehlt. Und das zieht sich durch Kramers Wirken seit Jahren. Isso … leider, wie gesagt.
104% Zustimmung, das beschreibt vom 1. bis letzten Satz detailliert auch meine Wahrnehmung der Situation und Position zu Kramer. Wenn er doch nur ein bisschen Einsicht hätte und die Spielstärke der Mannschaft nutzen würde mit einem nachhaltig guten Ergebnis, dann könnte es vielleicht doch noch was werden mit ihm. Aber so gehen alle Argumente pro Kramer langsam aus.
Dass Buyo und Asa offenbar nicht wirklich Einfluss auf sein Konzept und seine Entscheidungen haben, wundert mich nicht. Denn das war bei Grammozis genauso. Kaum war der entlassen, ging die Aufstiegspost so was von ab. Weil Buyo einfach die Bremse gelöst hatte...
@21 was sind Zeigerspiele?
Wer königsblau im Herzen trägt, sieht niemals schwarz!
Aufsteiger-Stadt Gelsenkirchen!
Spiele die auf den zu erwartenden Saisonverlauf deines Vereins hindeuten. Früher wollten wir ja immer oben rein und da waren die Duelle mit Leverkusen für mich immer irgendwie aussagekräftig. Das Duell der "oftmaligen Zweiten" mit Herz oder Toppmöller.
Ist mehr so mein persönliches Ding.
bwg
21
Steffen Baumgart hätte hier sowas von hingepasst, ich weine dem immer noch die ein oder andere Träne nach.
Es muss doch auch Trainer geben, die nicht unbezahlbar sind und eine Tugend mitbringen: Mut.
Von Kloppo gibts diese schrecklich pathetische Werbung mit dem Satz: Die Lust zu Gewinnen muss größer sein als die Angst vorm Verlieren oder so ähnlich. Je länger ich darüber nachdenke, desto klarer wird, wie Kramer denkt. Besonders gut im BVB Spiel zu sehen.
Wie oben bereits gesagt. Wenn denn sein Ansatz Punkte bringen würde, gäb´s hier keine Diskussion. Tut er aber nicht.
Zweimal auf Sieg gespielt gegen Dortmund und Augsburg, und wir hätten Punkte, da bin ich mir sicher.
In Paderborn reift übrigens ein zweiter Trainer, der offensiv denkt und keine Angst vorm Verlieren hat.
In Paderborn können wir dann noch Karaman für Pieringer gleich miteintauschen.
bwg
21
Naja, Kwasniok taucht bei uns ja immer mal wieder auf in der Spekulation. Sicher auch wegen seines mutigen Ansatzes. Dass es gehen kann, hat Bochum letztes Jahr gezeigt, dieses Jahr macht es Bremen. Bochum, das muss man faierweise sagen, hat mit Bella-Kotchap und - ja - Polter zwei nicht ganz unwichtige Spieler verloren und das leider nicht kompensieren können. Dennoch mag ich Reis einfach, der traut sich was, immer. Und das gefällt mir. Auch, wenn er das dieses Jahr mit Bochum nicht nochmal geschafft hat.
Also, die Chose Sofafan vs Stadionbesucher kann man sich schenken. Wie man weiß, gibt es im Stadion eine deutliche Aufspaltung zwischen Nordkurve und Drumherum via Südkurve und Haupttribüne. Da mag es im Moment noch einen Schulterschluss geben, aber beim Augsburgspiel gab es ja schon Unmutsäußerungen. Eine weitere Heimniederlage wird es nicht besser machen.
Ich glaube schon, dass auch der letzte verstanden hat, dass es nur um den Klassenerhalt geht. Allerdings braucht man dafür Punkte und es muss zwei Mannschaften geben, die schlechter sind als wir. Da braucht es jetzt mal die ein oder andere Überraschung, um in der Hinrunde wenigstens 15 Punkte zu holen. So, wie wir spielen, fällt es mir schwer, daran zu glauben, dass wir das schaffen. Mit Augsburg, Stuttgart und Bochum haben wir bereits drei direkte Konkurrenten gehabt, die Ausbeute lag bei 4 Punkten. Das ist jetzt nicht sooo gut. Und die Spielweise stellt jetzt auch keinen Grund zum Optimismus dar. Ein bisschen mehr Mut stünde uns gut zu Gesicht.
Letztlich steht und fällt alles mit dem Erfolg, also mit den Punkten die wir holen. Im Moment ist noch Ruhe, das kann aber sehr schnell kippen. Und der Effekt schlägt dann im Stadion deutlich heftiger durch als auf dem Sofa.
Die Religion, eine mittelalterliche Form der Unvernunft, wird, wenn man sie mit modernen Waffen kombiniert, zu einer echten Gefahr für unsere Freiheiten. (S. Rushdie)
Sofafan oder Stadionfan? Na, von wem diese Distinktion wohl stammt ?
Ich sehe es so nüchtern wie du @altinthon: Kramer muss Punkte liefern. Schafft er das, ist es nicht schön, aber nützlich. Und es geht nur um Platz 15, um mehr nicht. Mir fehlt wie gesagt auch der Optimismus, dass wir es SO schaffen. Gehen LEV und Hoffenheim daneben, wird das Murren überall zu hören sein.
Mich beunruhigt die nicht vorhandene Einsicht des Trainers während der PK. Er denkt anscheinend immer noch, dass seine Doppelspitze funktioniert hat und funktionieren wird. Selbstkritik geht deutlich anders und er erweckt auf mich den Anschein etwas belehrungsresistent zu sein. Vielleicht können deshalb Mike und Asa nicht auf ihn einwirken. Mike ist immerhin Co Trainer und hat 1000mal mehr Standing im Verein. Asa übrigens auch...
Mike ist überhaupt nicht der Typ auf den cheftrainer einzuwirken. Und wer sagt, dass er die Sache mit der Doppelspitze anders sieht? Manche scheinen hier zu denken, dass Mike sowas wie der heimliche Trainer sei.
Ist das noch Fußball?
Ich halte Kramer zugute, dass er nach dem Unionspiel aus meiner Sicht die richtigen Schlüsse gezogen hat und das defensive Mittelfeld umgebaut hat. Das Unionspiel war erschreckend, die defensiven Folgerungen danach waren aber ok.
Es bleibt bei allen Forderungen nach mehr Mut elementar defensiv stabil zu stehen. Gerade da hat man gegen Augsburg wieder einen Dämpfer bekommen. Drexler beschreibt es kleinteilig auch ganz gut: Man muss im 16er und davor einfach besser am Mann sein. Die Diskussionen um Kramer plöppen umso mehr auf, wenn es hinten nicht klappt. Auch wenn Einzelspieler wie Polter und Karaman nicht gut waren, das Spiel gegen Augsburg ist hinten in die Hose gegangen. Dagegen waren unsere beiden Treffer vom Feinsten. Solange solche Spiele so verlaufen, wird das Augenmerk auf der defensiven Stabilität bleiben müssen.
Das schliesst natürlich nicht aus im eigenen Ballbesitz etwas mutiger zu kombinieren. Das braucht aber Zeit und in der Zwischenzeit sollten Standards weiter verfeinert werden. Wir haben vorne zwei Ochsen und genug Freistoß-Schützen. (Das war unter Slomka ein Pfaustfand, der ihn lange aus vielem rausgehalten hat)
Warten wir also ab was Samstag auf dem Platz passiert. Du erwartest doch wohl nicht, dass Kramer seine Philosophie am Mikro während einer PK überdenkt.
bwg
21
Das Drexler als Zuspieler für Terodde gesetzt ist, geht vermutlich mit auf Büskens zurück, hat er doch Drexler wieder in die Startelf geholt als er letzte Saison dran kam. Matriciani ist Asas Favorit, das wurde schon oft erwähnt. Das Trainerteam aus der letzten Saison wird nicht mundtot in der Ecke sitzen und schmollen. Ich gehe zumindest davon aus, dass die Meinungsunterschiede zwischen Cheftrainer und Trainerteam nicht so gravierend sind.
bwg
21
Ich seh das nicht so, dass wir „etwas“ mutiger agieren sollten. Meiner Meinung nach sollten wir deutlich mutiger eingestellt werden. Die Idee mit den Standards ist gut. Wir haben (hatten) auch jemanden der die Freistöße rausholen könnte (Zalazar) und auch einen hervorragenden Schützen (Mollet).
Das Drexler gute Karten hat ist nicht von der Hand zu weisen. Letztlich sind wir aber nach wie vor zu ungefährlich vorne. Die Doppelochsen verhungern vorne regelmäßig.
Dass wir gegen Augsburg zweimal übertölpelt wurden lag natürlich an unserer defensiven Schwäche. Aber sowas kann man auch kompensieren, indem man vorne mal „wirklich“ auf Tore geht. Insgesamt ist mir das alles zu kontrolliert. Wie wärs, wenn wir mal wirklich in Führung gehen wollen und dann auch nachlegen wollen? Unsere drei realistischen Chancen dazu (Bochum, Stuttgart und Augsburg) sind leider schon passé.
Bei uns sieht mir das alles nach „solange wie möglich die Null halten“ aus. Damit kann man sogar mal einen Punkt holen. Das bringt aber nichts. Wir brauchen Dreier!
Wenn wir so jedes dritte Spiel gewinnen würden, würde uns das mehr einbringen als dieses ständige „Kontrolle, Kontrolle, Kontrolle“.
In den ersten Spielen war die Anfangsphase jeweils sehr mutig, beispielhaft sei an Köln erinnert. Nach 25 (erfolglosen) Minuten ging es dann einen Gang zurück. Vielleicht fehlt jetzt schon ein wenig das Zutrauen, aber dass wir von Anfang an ängstlich gespielt haben, war zum ersten Mal im Derby.
„Wenn das Gehirn so einfach wäre, dass wir es verstehen könnten, wären wir zu dumm, um es zu begreifen." Jostein Gaarder