Schalke – Münster 4:1: Nächste königsblaue Fußballparty auf dem Weg in die erste Liga

Schalke – Münster 4:1: Nächste königsblaue Fußballparty auf dem Weg in die erste Liga

20. April 2026 0 Von Susanne Hein-Reipen

Der FC Schalke 04 lässt sich auch von Tabellenschlusslicht Preußen Münster nicht vom Aufstiegskurs abbringen und siegt auch in dieser Höhe verdient mit 4:1 (2:0). Die Fans feiern ihre Mannschaft nach dem Schlusspfiff euphorisch und gehen optimistisch in die letzten 04 Saisonspiele. Susanne Hein-Reipen berichtet…

Alle Zeichen stehen auf Sieg: Es ist der 19.04., der Tabellenführer hat ein Heimspiel gegen den Letzten – und nach dem beeindruckenden Sieg in Elversberg eine gaaanz breite Brust. „Wenn wir die nicht sträflich unterschätzen, kann es nur einen Sieger geben!“ ist der allgemeine Tenor an der Tausend-Freunde-Mauer, wo bei einer Kaltschale und Cevapcici ein Exemplar der DAF XG Limited Edition bestaunt werden darf. Ein Traum in Königsblau, nicht nur für passionierte Brummifahrer.

Wer hat die Abwehr umgerannt…?

Auch im Inneren der ausverkauften Arena herrscht Optimismus. Während sich die Mannschaften aufwärmen, gibt’s wie immer die Ergebnisse der Frauen- und Jugendteams, dann zeigt sich ein besonderer Gast am Mikro von Jörg Seveneick: Ebbe Sand hat anlässlich des 25. Jubiläums des 2001er DFB-Pokalsiegs mal wieder den Weg nach Gelsenkirchen gefunden und wird begeistert empfangen. Auch der dänische Publikumsliebling ist vom Aufstieg überzeugt.

Die Statistiken sind überschaubar, sprechen aber für Königsblau, dann wird die Aufstellung der Gäste verlesen. Selten genug: Bei der anschließenden Nennung des Schiedsrichterteams gibt es tatsächlich Applaus für Deniz Aytekin, der sich durch zahlreiche souveräne Auftritte zunehmend den Respekt der Schalker erarbeitet hat. Auch beim legendären 4:4-Derby war er an der Pfeife.

Als Song des Spieltags hat Loris Karius „Talk to you“ von Anotr und 54 Ultra ausgesucht, dann folgt das Vereinslied „Blau und Weiß, wie lieb ich Dich“. Die Nordkurve schickt kurze Grüße nach Enschede und brüllt die Schalker Aufstellung mit: Karius, Ndiaye, Kurucay, Ayhan, Becker, Schallenberg, El-Faouzi, Aouchiche, Karaman, Ljubicic und Sylla sind die erste Wahl.

Ein Geduldsspiel

Schalke und der FCN“ darf nicht fehlen, genauso wie das Steigerlied. Danach kommen die Mannschaften auf den rasen und werden lautstark mit „Schalke ist die Macht“ begrüßt. Für Schmunzeln sorgt die Durchsage an den Fahrer eines Autos mit Wuppertaler Kennzeichen „Wenn Du keine unfreiwillige Innenraumreinigung möchtest, komm zu Deinem Auto, das Fenster ist weit auf!“

Auf dem Rasen nimmt Schalke von Beginn an das Heft in die Hand und hat durch Karaman (4., 7.) und Ljubicic (5.) erste Abschlüsse. Ein schöner Flachschuss von El-Faouzi nach Vorarbeit von Aouchiche geht knapp links neben die Kiste (10.); anschließend muss sich Schenk ordentlich strecken, um einen leicht abgefälschten Kopfball von Karaman über die Latte zu lenken (13.). Nur Sekunden später kratzt der Münsteraner Keeper einen Kopfball von Becker aus der rechten unteren Ecke (14.). Auch gegen Sylla rettet er für seine Mannschaftskameraden (16.).

Die Nordkurve ist begeistert vom königsblauen Offensivdrang und supportet lautstark mit „Steht auf, wenn Ihr Schalker seid“, „Auf geht‘s Schalke schieß ein Tor“ und „Für Deine Farben“. Einige Schalker Ecken später sind die „Attacke“, „Ich bin für dich geboren“ und „Eine Stadt erstrahlt in Blau“ angesagt, während sich Münster ein kleines bisschen aus dem Schalker Würgegriff befreien kann.

Karaman mit dem Dosenöffner

Schenk muss nach einem Luftduell im Fünfer kurz behandelt werden, kann aber weiterspielen – kurz darauf muss sich der Münsteraner Keeper aber geschlagen geben, denn nach einem üblen Fehlpass von Jaeckel schickt Ljubicic eine butterzarte Flanke von der rechten Seite zu Karaman, der zwei Gegenspieler vernascht und Schenk aus kurzer Distanz keine Chance lässt. Das umjubelte 1:0 in der 36. Spielminute.

Die Nordkurve schaltet hocherfreut auf „Unsre Fahnen weh‘n im Wind, weil wir deutscher Meister sind“ um und darf zwei weitere Chancen durch Karaman und El-Faouzi verfolgen (44.). Dann ist wieder Jubeln angesagt: Ecke Schalke durch Aouchiche, Becker und Heuer steigen hoch, der Ball ist im Netz (45.). In der Arena wird Becker für das 2:0 gefeiert, die offizielle Statistik will ein Eigentor von Heuer erkannt haben, aber Hauptsache drin!

Mit zwei Minuten Nachspielzeit geht es mit der verdienten Führung und Applaus in die Kabinen. In der Fanbox zeigen sich mehr Sangestalente aller Altersklassen als bei DSDS, bevor Thomas Kirschner für „Fanbelange Aktuell“ das anstehende Kabinengespräch mit Tim Hoogland und Volkan Ünlü und die Sonderausstellung „25 Jahre 2001“ im S04-Museum bewirbt. Außerdem sucht Schalke Models für die Fotostrecken von neuen Klamotten und Marketingkampagnen. Ein Blick auf das anstehende Auswärtsspiel in Paderborn rundet den Talk ab.

Aouchiche legt nach

Schalke kommt zunächst personell unverändert wieder auf das Spielfeld, Münster-Coach Schwartz wechselt direkt doppelt und bringt Rondic und Schulz für den am Finger verletzten Preißinger und Batista Meier. Die Nordkurve nimmt sofort den Supportfaden wieder auf und skandiert „Stadion geh’n“, „Auf geht‘s Schalke schieß ein Tor“ und „Kohle unter unsren Füßen“.

Gerade als es heißt „ja so ist es und so wird’s auch ewig sein“, lässt Schenk einen Feld-Wald-und-Wiesen-Schuss von Aouchiche unter sich durchrutschen, es steht 3:0 (51.). Der Vorsprung beruhigt nun auch notorische Schalker Pessimisten und so kriegen bei „Der S 04 ist wieder da-aaaa“ und „Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey“ auch die anderen Tribünen endlich mal die Zähne auseinander. Ungewöhnlich früh erklingt sogar der Mythos vom Schalker Markt.

In der 57. Minute gibt’s den ersten echten Torschuss der Preußen zu sehen, aber Makridis‘ zentraler Schuss bereitet Karius, der sich bislang über einen sehr ruhigen Nachmittag freuen durfte, keinerlei Probleme. Muslic reagiert nun ebenfalls auf den komfortablen Vorsprung und wechselt Gantenbein und Lasme für Schallenberg und Becker ein (60.) – ein kluger Schachzug, da beide somit schon mal nicht die fünfte gelbe Karte und damit eine Sperre für das Spitzenspiel in Paderborn kassieren.

Ooooh, wie ist das schön

Lasme macht sich denn auch direkt nützlich und flankt von der rechten Seite zu Karaman, der per Kopf auf Sylla ablegt, der sich mit einem schönen Volleyschuss zum 4:0 bedankt (66.). In die Jubeltraube mischt sich kurzerhand auch Maskottchen Erwin, dessen Hüftschwung schon zuvor begeisterte.

Jetzt scheint allen Schalkern endgültig die Sonne aus dem Popo und es werden Klassiker wie „Wer kreist so wie ein Falke?“, „Oh wie ist das schön“ und der Schalkewalzer ausgepackt. Sogar eine LaOla schafft es einige Male durch das Rund.  Aouchiche sieht für ein taktisches Foul die erste gelbe Karte der Partie (70.). Als Kapitän Kenan Karaman für Gomis Platz macht, wird er mit Sprechchören gefeiert. Zur Vermeidung der fünften Verwarnung ist auch für Dauerläufer El-Faouzi ausnahmsweise mal eher Feierabend; für ihn kommt Bachmann (70.). Auch bei den Gästen gibt es einen Doppelwechsel, Paetov und Kirkeskov ersetzen Bochama und Hendrix.

Lasme hat zweimal das 5:0 auf dem Fuß bzw. Kopf, verfehlt jedoch knapp (75., 80.), das tut der guten Stimmung aber keinerlei Abbruch. In Vorgriff auf das Revierderby ist ein bisschen BVB dessen angesagt: „Die Nummer 1 im Pott sind wir“, „Wer nicht hüpft, der ist Borusse“ und “BVB H*rensöhne“…

Schalke feiert sich zum Sieg

Beide Trainer schöpfen nun ihr Wechselkontingent aus; bei den Hausherren darf Dylan Leonard nach langer Leidenszeit für Aouchiche sein Pflichtspieldebüt feiern, bei den Gästen kommt Yamada für Amenyido (80.). Der Joker zündet prompt und erzielt zu den Klängen der Asozialen Schalker den Ehrentreffer zum 4:1 (82.).

Die Nordkurve lässt sich dadurch in ihrer Party nicht stören und so scheppern der Eurofighter-Song und „Schalke ist der geilste Club der Welt“ durch die Arena. Auf dem Rasen passiert außer je einer gelben Karte für Paetov (86.) und Schulz (90+2.) nicht mehr viel und so stehen beim Abpfiff drei hochverdiente Punkte auf der Habenseite.

Schalke hat nun 61 Zähler und ein Torverhältnis von +19, Paderborn kommt auf 58 Punkte und +17 Tore, so dass Schalke sogar bei einer knappen Niederlage im nächsten Spiel an der Spitze bliebe. Aber das wird dieser Mannschaft nicht passieren…! Elversberg (55 Punkte) und Hannover (54) liegen schon 6 bzw. 7 Punkte zurück.

Damit hat sich das Team natürlich wieder einen Sturm auf die Nordkurve verdient: Mit Staff, Kind und Kegel stürmen alle Spieler Richtung Kurve, wo sie mehr als begeistert empfangen werden. „Spitzenreiter, Spitzenreiter“ und „Schalke ist die Macht“ werden genüsslich gemeinsam zelebriert, bevor es zum Königsblauen S 04 auf die Stadionrunde geht. Der Gästeblock stimmt derweil seine Mannschaft auf das Derby gegen Bielefeld ein.

Danach wird noch einige Stunden im Umlauf und auf dem Arenaring abgefeiert und alle fragen sich: Was wird hier erst los sein, wenn der Aufstieg unter Dach und Fach gebracht wurde…?

Alle Fotos gibt es hier