Schalke 04 malocht sich zum umjubelten Auswärtssieg beim FC Augsburg

Schalke 04 malocht sich zum umjubelten Auswärtssieg beim FC Augsburg

November 4, 2019 3 Von Susanne Hein-Reipen

Muss besser werden… Wird besser!

Pausengespräch sind natürlich die Verletzung von Sané und die allgemeine Hoffnung auf spielerisch bessere zweite 45 Minuten. Wieder sind die Schalker früher auf dem Platz als die Augsburger – ein gutes Omen? Die Heimkurve zeigt ein weiteres Banner „Quo vadis, FCA? Der Augsburger Weg geht in die falsche Richtung!“; der Stadionsprecher fordert die Spieler zum „kämpfen und siegen“ auf. Das Stadion ist mit 30.361 Zuschauern nicht ganz ausverkauft.

Die Schalker Kurve lässt sich nicht lumpen, „Schalalalaaa Gelsenkirchen-Schalke!“ und „Vorwärts FC Schalke, schieß‘ ein Tor für uns“ sind unüberhörbar. Und die Schalker Mannschaft wirkt wacher als in der ersten Halbzeit, die Chancen sind jetzt besser verteilt, doch weder Richter noch Oczipka treffen das Tor. McKennie crasht in Lichtsteiner hinein, doch beide können weiterspielen, der Schalker dekoriert mit einer gelben Pappe.

Ist der VAR auf einem Auge blind?

In der 56. Minute kochen die Gemüter wieder hoch: Finnbogason flankt in den Strafraum, der Ball prallt an Oczipkas Arm – und während exakt die gleiche Situation im Derby keines zweiten Blickes gewürdigt wurde, wird nunmehr ausgiebig der Videoschiedsrichter konsultiert. Nach dem Studium der Bilder zeigt Ittrich sehr zum Verdruss des Schalker Anhangs auf den Punkt, „Augsburg-Schweine“ und „Ihr macht unsren Sport kaputt, Ihr Wixxer!“ ist der Lohn – die Wut über die ungleiche Handhabung von Handspielregel und VAR ist groß!

Diese Chance lässt sich Finnbogason nicht nehmen und verwandelt sicher gegen Nübel, ironischerweise genau vor einem Transparent „Videobeweis abschaffen“ in der Augsburger Kurve. Die Schalkefans sind jetzt stinksauer und schreien das „FC Schalke 04!“ und „Um die halbe Welt sind wir gefahr’n“ extralaut heraus.

Schalke beweist tolle Moral

Schalke bemüht sich, den neuerlichen Rückstand wegzustecken und kommt durch den fleißigen, aber nicht sehr effektiven Uth und Serdar zu zwei Einschussmöglichkeiten. Dann legt Baier Caligiuri ziemlich rüde um, die Kurve fordert rot, doch es gibt Gelb und Freistoß – und Freistöße von „Cali“ sind Strafe genug: Dieses Mal hält Kabak seinen Kopf in die Granate und vollendet unhaltbar für Koubek im Augsburger Kasten zum 2:2 (71.). Jawollja, geht doch!

Wagner schickt Schöpf für Raman aufs Feld, aber die Entscheidung bringt Harit: Nach einem Schnitzer von Oxford läuft er alleine gegen drei Abwehrspieler und Koubek aufs Augsburger Tor zu und vollendet eiskalt mit einem Heber über den Keeper zum 2:3 (82.). Die Kurve eskaliert vor Begeisterung, der Augsburger Anhang würde am liebsten ins Gras beißen.  

Wagner bringt noch Burgstaller für Uth, Augsburg rennt an, doch außer einer weiteren Kartenflut für Khedira, Schöpf, Vargas und Nübel und einer Kopfball-Chance für Gregoritsch passiert nix mehr. Auuuuus!

Auswärtssieg!!!

Die Begeisterung aller Königsblauen ist groß; dieser Dreier war nach zuletzt drei sieglosen Spielen wichtig für die Moral und die Tabelle, wo Schalke jetzt punktgleich mit Leipzig, Bayern und Freiburg ist. Alle sind sich einig: In den Spielen gegen Hoffenheim und Lüdenscheid-Nord war Schalke die bessere Mannschaft und wurde nicht belohnt, also verkraftet es unser Gewissen, dass es heute einmal umgekehrt war! Schalke und Augsburg hatten übrigens mit jeweils 115,21 km auf den Meter genau die gleiche Laufleistung…

Dementsprechend freudig wird die Mannschaft beim Gang in die Kurve begrüßt – und auch den Kickern ist die Erleichterung anzusehen. Die Welle, ein kleiner Pogo und die Jubelkette werden zelebriert, besonders die Youngster McKennie, Harit und Matondo gehen ab „wie Schmitz‘ Katze“. Mckennie, Mascarell und Harit machen noch einige Anhänger mit ihren Trikots glücklich, dann macht sich die Meute zufrieden auf den Heimweg. Schalke liegt tabellarisch voll im Rennen und hat in einer englischen Woche tolle Moral bewiesen!

Jubel im Gästeblock nach dem Schlusspfiff (Foto: Hein-Reipen)
Jubel im Gästeblock (Foto: Hein-Reipen)

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