Schalke – KSC 1:0: Schalke feiert trotz Verletzungssorgen einen hochverdienten Sieg

Schalke – KSC 1:0: Schalke feiert trotz Verletzungssorgen einen hochverdienten Sieg

6. April 2026 Aus Von Susanne Hein-Reipen

Der FC Schalke 04 gewinnt das Heimspiel gegen den Karlsruher SC trotz der Ausfälle mehrerer Stammspieler verdient mit 1:0 (0:0) und behauptet die Tabellenführung. Die Fans in der mit 61.838 Zuschauern ausverkauften Veltins-Arena feiern ihr Team ausgelassen. Susanne Hein-Reipen berichtet…

Das Osterwetter hat noch etwas Luft nach oben, aber das hindert die Schalkefans nicht daran, in Scharen erwartungsfroh in den Tempel alias Veltins-Arena zu strömen. Dort setzt sich beim Fanspiel die „Königsblaue Reisegruppe Hessen“ gegen die „Sportfreunde Kurpfalz 04“ durch; beim Minimatch kassiert die Schalker U 10 eine Niederlage gegen die gleichaltrigen kleinen Karlsruher, darf aber natürlich trotzdem die Welle vor der Nordkurve machen.

Saisonaus für Katic

Kurz darauf bleibt jedoch vielen Schalker das Bierchen im Hals stecken: Als Schalke die Aufstellung twittert, fehlen nicht nur Dzeko, der sich bei der WM-Qualifikation an der Schulter verletzt hat; auch sein Landsmann, Abwehrkante und Mentalitätsmonster Katic muss passen. Eine „Knieverletzung, die mit einem mehrwöchigen Ausfall verbunden ist und einen Einsatz in dieser Saison höchstwahrscheinlich nicht mehr zulässt“ sorgt für Entsetzen. Die beiden Bosnier sind aber gleichwohl dabei, um ihren Mannschaftskameraden den Rücken zu stärken.

Aber Jammern hilft bekanntlich nichts; auch Finn Porath zeigt sich am Mikro von Jörg Seveneick optimistisch. Über die Ergebnisse der Frauen- und Jugendteams geht es dann zu den Statistiken gegen den KSC, während sich die Nordkurve schon mit einigen Attacken warmbrüllt. Nach der Aufstellung der Gäste dann die Überraschung: Es folgt nicht wie sonst üblich das Steigerlied, sondern der „Song des Spieltags“, diesmal ausgesucht von Timo Becker und Ron Schallenberg: Bob Marleys „Three little Birds“ passt wie die Faust auf’s Auge, Don′t worry about a thing, ‚cause every little thing gonna be alright…

Das Vereinslied „Blau und Weiß, wie lieb‘ ich Dich“ wird wie immer mit großem Schal- und Fahneneinsatz hinausgeschmettert, dann folgt nach einem kurzen Gruß an die befreundeten Tukkers aus Enschede die königsblaue Aufstellung: Karius, Ndiaye, Kurucay, Ayhan, Becker, Schallenberg, El-Faouzi, Aouchiche, Karaman, Ljubicic und Sylla beginnen.

Zum Einmarsch der Mannschaften erklingt dann auch das zuvor vermisste Steigerlied. In der Nordkurve erscheint ein großes Spruchband „3 Monate nach der IMK ist 3 Monate vor der IMK“. Den diesbezüglichen Forderungen der deutschen Fanszenen haben jedoch leider am Vorabend die Chaoten beim Spiel Dresden gegen Hertha einen Bärendienst erwiesen.

Torloser erster Durchgang

Die Nordkurve legt los wie die Feuerwehr, „Stadion geh’n“ und „Eine Stadt erstrahlt in Blau“ eröffnen den Support. Auf dem Rasen geht die erste Aktion an die Gäste aus Baden, aber Becker trennt Ben Farhat schnell vom Ball (2.). Ein Doppelpass zwischen El Faouzi und Sylla endet neben dem Tor (8.), ebenso eine Hereingabe von Aouchiche (10.). Der Mittelfeldspieler, der unlängst sein Debüt in der algerischen Nationalelf feiern durfte, setzt einen Freistoß in die Mauer (14.).

„Steht auf, wenn Ihr Schalker seid“ darf natürlich auch nicht fehlen, danach wird „Auf geht‘s Schalke schieß ein Tor“ angestimmt. Die erste gelbe Karte des Spiels geht an Müller für ein Foul an El Faouzi, den anschließenden Freistoß versenkt Karaman zwar mit einem schönen Volley im Netz, aber die Fahne des Linienrichters ist oben, denn der Kapitän stand bei der vorhergehenden Flanke von Aouchiche im Abseits (18.). Und als wäre das noch nicht Pech genug, kassiert er kurz darauf für ein Allerweltsfoul an Pinto Pedrosa seine 5. gelbe Karte und muss somit im Spitzenspiel bei der SV Elversberg zuschauen (20.)

Schalke gewinnt nun, angetrieben durch El Faouzi und Aouchiche, klar die Oberhand und hat durch Ljubicic (26., 29.) und Becker (32.) weitere Einschussmöglichkeiten. Die Fans unterstützen den Vorwärtsdrang mit „Kohle unter unsren Füßen“, „Geh‘n mit Dir auf jede Reise“ und den Ruhrpottkanaken. Vom Berger Feld, da kommen wir… Auch Maskottchen Erwin hat sichtbar Spaß.

Von den Gästen ist offensiv nicht viel zu sehen; die einzig nennenswerte Aktion ist ein Schuss von Burnic, der von halbrechts das Außennetz trifft (38.). Karaman schießt Franke an (40.), dann stockt der Spielfluss etwas, weil Schallenberg behandelt werden muss. Die Nordkurve vertreibt sich derweil mit dem Schalalala-Schalke- Wechselgesang die Zeit, zunächst mit dem Oberrang, dann mit dem Rest der Arena. In der zweiminütigen Nachspielzeit sorgt KSC-Keeper Bernat für einen Brummschädel bei Ambrosius, dann geht es torlos in die Pause.

Sprechchöre für Karaman

In der Fanbox regiert österlicher Optimismus, bei „Fanbelange aktuell“ stehen die „Mini-Reviermeisterschaft“, die Knappenkids-Auswärtsfahrt nach Paderborn und das Auswärtsspiel in Elversberg im Fokus. Die meisten Schalker sind durchaus zufrieden mit Leistung und Einsatz, die bange Frage ist „hoffentlich rächen sich die vorne vergebenen Chancen nicht hinten“.

Beide Teams kommen personell unverändert wieder auf das Spielfeld; Schalke sucht, angetrieben von „Schalke, ich bin für Dich geboren“ weiter den Weg nach vorne, aber weder Karamans (47., 50., 57.) noch Aouchiches (48.) und Schallenbergs (54.) Vorstöße können Bernat überwinden. Voooorwärts Schalke, kämpfen und siegen…!

In der 64. Minute greifen beide Trainer zu den ersten Auswechslungen; Gomis kommt für Ljubicic, beim KSC ersetzen Jung und Fukuda Ben Farhat und Burnic. Gomis bekommt kurz darauf im Zweikampf mit Herold eine nicht nachvollziehbare gelbe Karte (68.). Die Nordkurve stimmt „Auf geht‘s Schalke schieß ein Tor“ und „Immer wieder S 04“ an.

Der erlösende Schuss ist dann dem Kapitän vorbehalten: Über Schallenberg und El-Faouzi kommt der Ball zu Ndiaye, dessen Flanke köpft Karaman unter freundlicher Mithilfe des rechten Innenpfostens zum 1:0 in die Maschen (72.) – jaaaaaaaaaaaaaaaaa! Kurz darauf muss der Leader leicht angeschlagen für Bachmann vom Platz und bekommt Ovationen und „Kenan Karaman, Karamaaan- Sprechchöre“. Au der Bank wird er sofort von 3 Physios umringt.

Schalke bringt die Führung über die Zeit und feiert ausgelassen

Auch Gäste-Coach Eichner reagiert und bringt mit Förster und Kwon für Kobald und Müller frische Kräfte, Königsblau bleibt aber auf Rängen und Rasen tonangebend. Leider sieht auch Ayhan für ein Foul an Schleusener seine fünfte Verwarnung und fehlt somit auch in Elversberg (79.).

Aus der Nordkurve erklingt „Für deine Farben leben und sterben wir“, auf dem Spielfeld feiern Gantenbein (für Aouchiche) und Lasme (für Sylla) ihre Comebacks nach langen Verletzungspausen (85.), beim KSC ersetzt Simic Pinto Pedrosa (86). Die „Asozialen Schalker“ läuten die Schlussphase inklusive 5minütiger Nachspielzeit ein, aber Karius bleibt cool. Auf der Gegenseite haben Lasme (90+5.) und Gomis (90+6.) noch die Chancen auf das 2:0, scheitern aber an Bernat.

Beim Abpfiff ist die Erleichterung groß, dass es trotz der Ausfälle der bosnischen Spieler zum Sieg gereicht hat, Schalke bleibt mit nunmehr 55 Punkten alleiniger Tabellenführer, gefolgt von Paderborn mit 54 und Elversberg mit 52 Zählern.

Ein liebgewonnenes Ritual dieser Saison ist der Sturm vom Mittelkreis Richtung Nordkurve nach Siegen, dieses Mal angeführt von Ndiaye, Ljubicic und Muslic. Auch die Verletzten mischen sich in die Jubeltraube vor der Nordkurve, der Zusammenhalt in der Mannschaft ist top. Gemeinsam hüpft man zu „Spitzenreiter, Spitzenreiter!“ und den „Asoziale Schalkern“ und zelebriert den Mythos vom Schalker Markt. Gänsehaut!

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