Schalke – Hannover/DFB 2:2: Überhartes Rot für Dzeko verdirbt den Tag
16. März 2026Der FC Schalke 04 und Hannover 96 trennen sich in einem packenden Spiel durch ein Last-Second-Tor mit 2:2 (2:0). Für erheblichen Unmut bei den Schalkern, die eine souveräne erste Halbzeit spielen, sorgt Schiedsrichter Robin Braun, der gleich mehrere äußerst fragwürdige Entscheidungen gegen Königsblau trifft, darunter eine rote Karte gegen Edin Dzeko, die selbst die Hannoveraner verblüfft. Susanne Hein-Reipen ist sauer…
Die Verfolger konnten samt und sonders ihre Freitags- und Samstagsspiele nicht gewinnen, so dass sich Tabellenführer Schalke die große Chance bietet, den Vorsprung auf 04 Punkte auszubauen. Leise Zweifel, dass es selten gut ging, wenn alle andere für Schalke spielen, werden mit einer Hopfenkaltschale hinuntergespült.
Olympia auf Schalke?
Im Vorprogramm gehen die Schalker Freunde Grönegau im Fanspiel gegen die Königsblauen Osnabrücker glatt mit 2:7 unter; danach werben die mehrfache Olympiasiegerin Isabell Werth, Oberbürgermeisterin Andrea Henze und Finanzchefin Christina Rühl-Hamers für die Olympiabewerbung der Region Rhein-Ruhr, bei der natürlich auch die Veltins-Arena als Sportstätte gesetzt wäre.
Während sich die Mannschaften aufwärmen, gibt es die Ergebnisse der Frauen- und Jugendteams und die Statistik zwischen S04 und H96, die klar für die Gastgeber spricht. Die Nordkurve ist derweil bereits lautstark und gut gelaunt unterwegs.
Nach der Verlesung der Hannoveraner Aufstellung folgt die Schalker Startelf: Mit Karius, Ndiaye, Kurucay, Katic, Becker, Schallenberg, El-Faouzi, Aouchiche, Karaman, Ljubicic und Dzeko steht die ziemlich beste Elf auf dem Rasen.
Noch schnell ein paar Nettigkeiten austauschen („Ihr seid nur ein H*rensohnverein“), dann sind Steiger- und Vereinslied angesagt und die Mannschaften kommen aufs Spielfeld. Auf geht’s!






Dzeko und Karaman treffen
Die Kurve brennt und legt mit „Schalke ist die Macht“ los, die Mannschaft ist ebenfalls heiß und holt bereits früh eine erste Ecke heraus, nach der Noll und Karaman aneinanderrasseln, woraufhin der H96-Keeper kurz behandelt werden muss, auf die liebevolle Aufforderung „Steh auf Du…“ aber wieder auf die Beine kommt.
Karaman (8.) und Dzeko (10.) haben erste Einschussmöglichkeiten, ein Tor fällt jedoch noch nicht. Auf der Gegenseite ist Karius mit königsblauen-weißen Schuhen sehr aufmerksam und erstickt die wenigen Vorstöße durch Saad im Keim. Der Nordkurve gefällt der souveräne Beginn und das Schalker Liedgut von „ S! 0! 4!“ über „Steht auf“ und „Kohle unter unseren Füßen“ bis zu „Eine Stadt erstrahlt in Blau“ wird mit viel Stimmkraft absolviert. Von den anderen Plätzen trudelt derweil Tor um Tor ein.
In der 29. Minute ist es dann auch in Gelsenkirchen so weit: Steilpass Becker, der deutlich ansteigende Form präsentiert, Karaman leitet den Ball nach innen weiter, wo Dzeko wieder einmal goldrichtig steht und zum 1:0 einnetzt 8(9.) – sein 6. Treffer im 5. Heimspiel!
Die verdiente Führung beflügelt die Schalke-Fans zusätzlich und so geht es mit „Stadion geh’n“ und „Für Deine Farben leben und sterben wir“ weiter, während Ljubicic den Ball an den Pfosten setzt (38.). Kurz darauf dürfen alle Schalker aber wieder jubeln, denn Kapitän Karaman köpft eine Flanke von El-Faouzi zur 2:0-Führung in die Maschen (38.). Der VAR zuckt kurz, bestätigt dann aber die Gültigkeit des Treffers.






Begeisterung zur Pause
Neubauer sieht für ein Foul am agilen Aouchiche die erste gelbe Karte der Partie, Karius klärt souverän gegen Källman, unsere Fahnen weh’n im Wind – und es geht mit vier Minuten Nachspielzeit und reichlich Applaus in die Kabinen.
Die Freude über den souveränen Auftritt gegen die immerhin stärkste Auswärtsmannschaft der zweiten Bundesliga ist groß. Klarer Punktsieger in der Fanbox ist der Knirps, der wie ein Hellseher ins Mikro trötet „Kenan und Edin, Ihr schießt heute ein Tor!“. Beim Fanbelange- Halbzeittalk gibt’s einen Rückblick auf den Mitgliederkongress, das Osterferienprogramm für Knappenkids und den Hinweis auf die Abstimmung der vier Trikotentwürfe für die Mitgliederkollektion.
Schalke kommt personell unverändert wieder auf das Spielfeld, während Hannover-Coach Titz Yokota und Saad durch Bundu und Chakroun ersetzt. Die Nordkurve bläst derweil zweimal zur Attacke und stimmt dann „Schalke nur Du alleine“ an.
Überhartes Rot für Dzeko schwächt Schalke
Bis dahin ist alles in Butter – doch dann beschließt der bis dahin eher großzügig pfeifende Schiedsrichter Braun Dzeko glatt Rot zu zeigen (53.). Dieser hatte bei einem hohen Ball Chakroun hinter sich übersehen und ihn unabsichtlich mit offener Sohle am Bauch getroffen. Dzeko ist völlig perplex, auch die Hannoveraner gucken verdutzt, während Coach Muslic an der Seitenlinie tobt, doch der „Un“parteiische kennt kein Erbarmen, auch wenn für vergleichbare und schlimmere Szenen in jüngster Zeit mehrfach nur Gelb gezeigt wurde.






Die Schalkefans wissen, dass der Support jetzt wichtiger denn je ist und legen sofort dröhnend laut mit „Steht auf“ und „Immer wieder S 04“ los. Auch Muslic reagiert umgehend und bringt den defensivstarken Ayhan für Aouchiche (56.). Bei Hannover kommen in einem weiteren Doppelwechsel Taibi und Matsuda für Oudenne und Tordarsson.
Schallenberg sieht Gelb für ein Foul gegen Chakroun (63.); zu den Klängen von „Geh’n mit Dir auf jede Reise“ kommen Bachmann und Sylla für Ljubicic und Karaman (71.). Nawrocki grätscht Sylla um und wird ebenfalls gelb verwarnt, Sylla kann nach kurzer Behandlung weiterspielen. Mit Pichler für Neubauer ist das Wechselkontingent der 96er ausgeschöpft.
Die Ereignisse überschlagen sich
Obwohl Hannover mittlerweile gut 25 Minuten in Überzahl ist, bleiben echte Chancen aus –aber dann kommt Nkili im Strafraum gegen Katic zu Fall (79.) und Braun zeigt auf den Punkt, bestätigt vom VAR. Leopold tritt an und Karius hält (81.)!
Die folgende Ecke köpft Pichler an die Latte, danach staubt Nawrocki ab, doch die Fahne des Linienrichters ist oben. Unter gellenden Pfiffen und „Ihr macht unsren Sport kaputt“-Rufen wird auch diese Szene vom VAR gecheckt, der Treffer war angeblich regelkonform, es steht 2:1 (82.).
Mittlerweile haben alle Schalker in der mit 62.077 Zuschauern ausverkauften Arena Herzjagen, aber das Abwehrbollwerk hält zunächst bravourös stand. Sieben Minuten Nachspielzeit werden angezeigt, Muslic nimmt mit dem Wechsel Sanchez für Ndiaye weitere Sekunden von der Uhr, die Schalker wähnen sich bereits am Ziel, doch Braun pfeift nicht ab. Und so wird Karius, der das ganze Spiel über alles gehalten hatte, was zu halten war, zur tragischen Figur. Er schätzt eine Flanke von Bundu falsch ein und Pichler kann in der allerletzten Sekunde zum 2:2 einnicken. Danach ertönt zu spät direkt der Schlusspfiff.
Die Schalker Spieler sinken enttäuscht zu Boden, Karius starrt verzweifelt ins Leere. Die Nordkurve hat indes Schaum vor dem Mund und verabschiedet das Schiedsrichtergespann mit gellenden Pfiffen und „Schieber, Schieber“-Rufen. Viele Beobachter haben das Gefühl, dass der Schiri es genau auf dieses Szenario angelegt hatte – soll die zweite Liga um jeden Preis noch spannender gemacht werden?!






Muslic wütend
Auch Muslic ist in der Pressekonferenz gar nicht gut auf den Schiedsrichter zu sprechen und konstatiert „Ich muss aufpassen, was ich sage. Das war keine rote Karte“.
Die Kurve empfängt die sichtlich geknickte Mannschaft mit viel Applaus. Auf geht’s Schalke kämpfen und siegen!!! Mit hängenden Köpfen gehen die Spieler auf die Arenarunde, Karaman versucht seine Mitspieler wieder aufzurichten.
Tabellarisch ist zum Glück nicht viel passiert, Schalke bleibt mit 51 Punkten Tabellenführer vor Darmstadt mit 49 Punkten, dem Gegner im nächsten Spiel… Jetzt erst recht!

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